Galerie für Gegenwartskunst

Friedrich-Engels-Straße 37  |  16816 Neuruppin

Strandkörbe

Schaufensterpräsentation von Leo Pompinon, Fotografie

1. bis 28. Februar 2022


Beauty and Decay

Stillgelegte Zechen, verlassene Hotels oder verfallene Brauereien haben alle eines gemeinsam: Waren sie einst noch Mittelpunkt und Heimstätte von Ideen und Entwicklungen, sind sie nun vergessen, dem Verfall preisgegeben und werden von der Natur zurückerobert. In die Höhe ragende Türme, im Licht schimmernde Metalltüren, eine marode Bausubstanz oder verblasste Farben hinterlassen dann nicht nur Bilder einer verschwindenden Zeit, sondern geben auch einen Einblick in eine einstige Welt wider.

Im Chaos der räumlichen Entleerung und ökonomischen Abwicklung sucht der Fotograf Leo Pompinon nach den Geschichten des Vergangenen. Dabei interessiert ihn nicht nur die Architektur der Räume, sondern er sucht nach Spuren, die die Geschichte des verwaisten Ortes auch heute noch deutlich lesbar machen.

Seine Bilder sind stets menschenleer. Zudem ist der Fotograf ein Spezialist in der räumlichen Ästhetik und Komposition. In der einfühlsamen Stille seiner Aufnahmen und in der Detailgenauigkeit seiner Bilder liegt eine außergewöhnliche Kraft. Sie sind Stillleben, die in ihrer Farbigkeit und einzigartigen Qualität eine Kulisse für die Fantasie des Betrachters bilden und ihn in eine einstige Welt entführen.

In Leo Pompinons Fotografien erscheint die Wirklichkeit surreal, aber authentisch. Im Spiel aus Licht und Schatten werden vorhandene Zusammenhänge aufgegeben, neue Strukturen bilden sich. Die Grenze zwischen Fotografie und Malerei wird dabei ebenso aufgelöst wie jene zwischen Schöpfung und Verfall. Ein Schirm dient als Hutständer, eine Vase ist auf dem Kaminsims drapiert - wurden sie gestern oder vor 50 Jahren dort platziert?

Miriam Stewering